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27.01.2010 17:22 Alter: 225 days

"Unausgegoren und fragwürdig"

Kritik aus Verbänden am geplanten Jugendkongress


Dirk Tegetmeyer, Vorsitzender des BDKJ-Kreisverbands Paderborn, übt Kritik an der Ratsmehrheit.

Paderborn, 27. Januar 2010. Der seitens der Ratsfraktionen von CDU und
FDP geplante Jugendkongress für die Stadt stößt bei den katholischen Jugendverbänden auf erheblichen Widerstand. Nach Auffassung des Kreisvorstandes des Bundes der katholischen Jugend (BDKJ) ist der Vorschlag seitens des schwarz-gelben Bündnisses „unausgegoren und fachlich mehr als fragwürdig“, so der Kreisvorsitzende Dirk Tegetmeyer.

Das Gremium stehe im krassen Widerspruch zu den anvisierten Zielen der Beteiligung junger Menschen an politischen Entscheidungen und deren direkter Interessensvertretung. „Ein Jugendkongress macht nur dann Sinn, wenn junge Menschen direkt partizipieren und mitsprechen können“, betonte Tegetmeyer in einer Presseerklärung des BDKJ.

Nach Vorstellungen von CDU und FDP sollen neben Jugendvertretern alle Ratsmitglieder unter 35 Jahren im Jugendkongress vertreten sein und ein Präsidium bilden. „Die Tatsache, dass dies ausschließlich Vertreter von CDU und FDP sind, lässt den Verdacht aufkommen, dass es mehr um eine politische Nabelschaualsumernsthafte Beteiligung junger Menschen geht“, argwöhnt Tegetmeyer, nachdem er die Altersstruktur der Ratsfraktionen näher in Augenscheingenommenhat.

Irritiert zeigt sich die katholische Jugend auch darüber, dass die Entscheidung über dieses Gremium nicht im zuständigen Jugendhilfeausschuss gefällt wird, sondern im Stadtrat. „Man scheint an einer fachlichen Auseinandersetzung über dieses Thema nicht interessiert zu sein“, macht Barbara Funke deutlich, die als stellvertretendes Mitglied den BDKJ im Jugendhilfeausschuss vertritt.

Verärgert ist sie auch über den Stil der politischen Auseinandersetzung in der letzten Sitzung des Jugendhilfeausschusses: „Wären Jugendliche in dieser Sitzung anwesend gewesen, hätte man ihnen eine anschließende Politikverdrossenheit nicht vorwerfen können. Wer die inhaltliche Auseinandersetzung um einen richtigen Weg der Jugendpartizipation scheut und stattdessen das Schlagwort Jugendpartizipation zur eigenen Parteienprofilierung oder zur Denunzierung der gegnerischen Parteien nutzt, muss sich fragen lassen, ob es ihm wirklich um die Sache geht“, meinte Funke. Der BDKJ habe sich gewünscht, dass die Politik frühzeitig das Gespräch mit den Vertretern der Jugendarbeit gesucht hätte. „Dann hätte mangemeinsam an einem sinnvollen Konzept arbeiten können“, so Funke. Der BDKJ wünsche sich ein ehrliches Ringen um Möglichkeiten der Partizipation jungerMenschen in der Stadt Paderborn und sei gerne bereit, an einem solchen Diskurs inhaltlich mitzuwirken. „Schnellschüsse zur eigenen Parteienprofilierung werden aber auch weiterhin von uns scharf kritisiert“, machte Vorsitzender Tegetmeyerdeutlich.

Der Kreisverband des BDKJ vertritt als Dachverband der katholischen Jugendverbände die gemeinsamen Interessen seiner Mitgliedsverbände sowohl auf kirchlicher als auch auf politischer Ebene im Kreis und der Stadt Paderborn. Dem BDKJKreisverband gehören als Mitgliedsverbände der Bund der St. Sebastianus-Schützenjugend (BdSJ), die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG), die Katholische Junge Gemeinde (KJG), die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands e.V. (KLJB), die Kolpingjugend und die Malteser-Jugend an.


Artikel: Neue Westfälische


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