

Misereor-Hauptgeschäftsführer Prof. Josef Sayer machte es vor: Gefordert sei eine "Welle der Solidarität".
Münster, 22. Februar 2010 (bdkj). Mal einen Gang zurückschalten, inne halten, das eigene Konsumverhalten kritisch unter die Lupe nehmen – dazu rufen das Bischöfliche Hilfswerk Misereor und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend in ihrer diesjährigen Jugend-Fastenaktion auf. Unter dem Motto „7x mehr Leben“ sind Jugendliche in den sieben Wochen bis Ostern eingeladen, ihr Leben bewusst zu gestalten und zu überlegen, wie eine gerechtere und ökologischere Welt möglich ist. Am Sonntagabend wurde die Aktion mit einem schwungvollen Gottesdienst in der Jugendkirche "effata!" in Münster eröffnet.
„Wir wollen Jugendliche ermutigen, über ihren eigenen Lebensstil nachzudenken und den Wert des Verzichtens schätzen zu lernen“, erläuterte BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler. Zum Beispiel könne man eine Woche lang auf das Benutzen des Handys verzichten und so zur Ruhe kommen. „Ich weiß, dass das für viele von uns eine Herausforderung ist“, sagte Tänzler. Manchmal scheitere man auch. „Aber der bewusste Verzicht führt dazu, dass man sich auf sich selbst besinnen kann.“
In diesem Jahr stehen besonders die Folgen des Klimawandels für die Menschen in den ärmeren Staaten der Welt im Mittelpunkt der Aktion. Bischof Paul Bui Van Doc aus Vietnam regte in seiner Predigt an, darüber nachzudenken, „wie wir die Erde in einer Weise erhalten können, dass alle darauf leben können.“ Gott habe den Menschen die Erde als Heimat geschenkt. „Wir haben den Auftrag, die Erde für alle Menschen bewohnbar zu erhalten, auch für die Armen“, sagte Van Doc.
Unter dem Applaus der jungen Leute fand Misereor-Hauptgeschäftsführer Prof. Josef Sayer deutliche Worte für das Versagen der Politik im Klimaschutz: „Eine Debatte wie beim Klimagipfel in Kopenhagen können wir uns nicht mehr leisten.“ Wenn infolge des Klimawandels der Meeresspiegel nur leicht ansteige, seien ganze Staaten vom Verschwinden bedroht. Um das zu verhindern, setze er auf die Solidarität der Menschen, sagte Sayer und rief den Jugendlichen zu: „Wir werden den Politikern und den Menschen in der Kirche Beine machen! Wir werden unsere Bundestagsabgeordneten anrufen und fragen: Was machst du in diesem Moment für den Klimaschutz? Schauen wir hin und lösen wir eine Welle der Solidarität aus!“