
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Dirk Lankowski
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Erzbischof Becker im Gespräch mit Jugendlichen beim diözesanen Weltjugendtagweiterlesen
Paderborn, 29. März 2010 (pdp). Rund 120 Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Erzbistum erlebten den Beginn der Karwoche in Paderborn: Sie alle waren zur Feier des 25. diözesanen Weltjugendtages gekommen, der um 19 Uhr in der Marktkirche begann und gegen drei Uhr nachts mit einer Sendungsfeier im Hohen Dom endete. Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Erzbischof Hans-Josef Becker, der ihnen zu Beginn zu zahlreichen Fragen Rede und Antwort stand.
"Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erlangen?" Diese Frage, die nach Auskunft des Markusevangeliums ein junger Mann an Jesus richtete, war Leitwort des Weltjugendtages, der weltweit in allen Diözesen begangen wurde. In einem katechetischen Impuls ging Erzbischof Becker auf die Antwort ein, die Jesus dem jungen Mann gab: „Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben“ (Mk 10,21). Jesus habe damit nicht sagen wollen, dass Besitz an sich schlecht sei, so der Erzbischof. Mit seiner Antwort habe er vielmehr zum richtigen Gebrauch von Besitz anleiten wollen. Besitztümer und Macht dürften nicht so wichtig werden, dass sie einen Menschen vollständig besetzten. Es bestehe sonst die Gefahr, sich so vom Streben nach Besitz steuern zu lassen, dass man keinen freien Willen mehr habe.
„Wer Jesus kennt und ihm nachfolgt, der wird spüren, dass es eine tragende Kraft aus dieser Vertrauensbeziehung heraus gibt“, antwortete Erzbischof Becker auf die Frage eines Jugendlichen, worin der Mehrwert der Nachfolge Jesu Christi bestehe. Als beeindruckende Persönlichkeit, die aus der Kraft des Glaubens gelebt habe, nannte er Papst Johannes Paul II., dem er kurz vor seinem Tod begegnet sei. Er verwies auch auf das Gottvertrauen der Menschen in Paderborn, die nach den schweren Bombardierungen vor genau 65 Jahren die Stadt wieder neu aufgebaut hätten. Nach Zweifeln im Glauben gefragt antwortete der Erzbischof, dass zu einer lebendigen Gottesbeziehung auch „Durststrecken“ zählten.
Auf die Frage nach dem Zölibat und der Situation der Kirche angesichts zahlreicher Missbrauchsfälle sagte Erzbischof Becker, dass er den Zölibat als beglückende Erfahrung kenne. Seiner Ansicht nach dürfe er nicht damit begründet werden, dass die Priester so mehr Zeit zur Verfügung hätten, sondern aus einer lebendigen Christusbeziehung heraus. Er hoffe, dass die Kirche aus der derzeitigen Situation glaubwürdiger und geläuterter hervorgehen werde, fuhr er fort. Der Zukunft solle man nicht mit der Haltung begegnen, dass „alles zu Ende gehe“, sondern dass sich gegenwärtig vieles ändere.
Nach dem Gespräch mit Erzbischof Becker wurde in der Marktkirche die Palmsonntagsliturgie eröffnet. Es schloss sich eine Palmprozession zum Hohen Dom an, wo die Liturgie fortgesetzt wurde. Danach starteten im Michaelskloster viele verschiedene Workshops, parallel dazu bestand die Möglichkeit zur Anbetung und Beichte im Dom. Gegen 3 Uhr endete der diözesane Weltjugendtag.
Gestaltet wurde der Weltjugendtag von der Abteilung Jugendpastoral/Jugendarbeit im Erzbischöflichen Generalvikariat, dem BDKJ Diözesanverband Paderborn und der Diözesanstelle Berufungspastoral im Erzbistum Paderborn.
Pfadfinder freuen sich über Bio-Siegel für den „Eulenspiegel“weiterlesen
Rüthen, 26. März 2010 (dpsg). „Wir kümmern uns um die Bewahrung der Schöpfung, dass muss auch hier sichtbar werden“, erklärt Ulrich Weber, Diözesangeschäftsführer der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG). Jetzt wurde das Diözesanzentrum „Eulenspiegel“ zwischen Kallenhardt und Rüthen mit dem staatlichen und europaweit gültigen Bio-Siegel ausgezeichnet – als erstes im Erzbistum Paderborn. Dafür wurden der Einkauf und der Speiseplan des Pfadfinderhauses nach strengen Vorschriften komplett umgestellt.
Kräftig ins Zeug legen musste sich das 15-köpfige Team vom „Eulenspiegel“ um Hausleiterin Gisela Hölscher. Eine Mitarbeiterin der zuständigen Prüfstelle stellte die Küche des katholischen Jugend- und Bildungshauses einen Tag lang auf den Kopf. Gisela Hölscher erinnert sich: „Die Dame hat sich die Lieferscheine angeschaut, die Rezepte und den Speiseplan überprüft aber auch die Lagerung der Lebensmittel unter die Lupe genommen.“ Doch nicht nur auf den biologischen Anbau kommt es an, auch die Regionalität muss gewährleistet werden. So arbeiten die Pfadfinder hauptsächlich mit dem Gutshof der INI in der Nachbarstadt Warstein zusammen. Die Initiative für Jugendhilfe, Bildung und Arbeit bewirtschaftet den Bio-Hof und hat es als gemeinnütziger Verein zur Aufgabe, Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen berufliche Perspektiven zu schaffen. Dieser Aspekt passt gut zur Arbeit der Pfadfinder, denn auch am „Eulenspiegel“ werden Berufsorientierungsmaßnahmen für Förderschüler angeboten.
In zwölf Produktbereichen, vom Obst über das Gemüse bis zu Trockenprodukten, beispielsweise Nudeln, gilt das Siegel am „Eulenspiegel“. Zwar fallen Milchprodukte und Fleisch nicht darunter, sind aber alle garantiert frei von Gentechnik - und aus der Region, von der Milcherzeugergemeinschaft Sauerland. Hausleiterin Hölscher hält sich auch an Saisonprodukte: Im Winter gibt es eben keinen Spargel aus Taiwan. Wenn dagegen der Anruf vom Gutshof kommt, dass Zucchini reif sind, dann steht zweimal in der Woche eigene Zucchini-Gericht auf dem Speiseplan.
Mit dem Bio-Speiseplan hat die Pfadfinderschaft ihre Gäste überzeugt. „Zunächst waren wir skeptisch“, gibt Weber zu. Doch Vollkornnudeln sind beim Publikum ebenso angekommen wie die Kohl-Gerichte im Winter. Da Bio-Gemüse entsprechend der Jahreszeit geliefert wird, mussten Gisela Hölscher und ihre Mitarbeiterinnen den Speiseplan umstellen. Die Hauswirtschafterinnen bringen eigene Rezepte mit - deshalb gibt es auch ein „Schnitzel Kallenhardt” oder den Apfelkuchen „Tante Mia”.
Gerade die Förderschüler aus Problem-Stadtteilen, die von Zuhause keine Einkäufe im Bioladen kennen, sind - so die Erfahrung der Mitarbeiter - auf den anderen Geschmack gekommen. Kartoffeln vom Acker um die Ecke, Wirsing und Rotkohl, geerntet in Warstein, schmecken. Nicht nur einzelne Bestandteile des Essens sind „bio“, wenn es Pizza gibt, muss auch das Tomatenmark vom Großhändler den Bio-Regeln entsprechen – keine leichte Aufgabe den passenden Händler mit den großen Mengen zu finden.
Neben dem Essen drehen sich auch die Angebote des Diözesanzentrums, beispielsweise für Klassenfahrten, um Umweltaspekte. Naturerkundungen und die Bewahrung der Schöpfung werden von heimischen Kooperationspartnern aufgegriffen.
Nur haben die Bioprodukte einen Nachteil, denn sie sind ein wenig teurer als konventionelle Nahrungsmittel. Geschäftsführer Weber hat nachgerechnet, dass die Kosten um rund zehn Prozent gestiegen sind. Diese Erhöhung hat die DPSG an ihre Gäste zum Teil weiter gegeben müssen. „Es muss nicht jeden Tag ein Fleischgericht geben“, erklärt Gisela Hölscher, dass auch mal auf das teuere Fleisch verzichtet wird. Die Pfadfinder gehen davon aus, auf dem richtigen Weg zu sein. So wird das Gelände bald um eine Kapelle erweitert. „Das Haus trägt sich selbst“, erklärt Weber, 7000 Übernachtungen im Haus und rund 25 000 auf dem Zeltplatz pro Jahr.
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Den Blick auf Jugendliche lenken, die in Armut lebenweiterlesen
Erzbistum Paderborn, 24. März 2010. Ein kochender Bürgermeister, ein sägender Minister, ein rechnender Monsignore: praktisch ging es zu beim diesjährigen Josefstag, zu dem die Träger katholischer Jugendsozialarbeit Politiker und ranghohe Kirchenvertreter in ihren Einrichtungen begrüßten. Bei den Besuchen ging es nicht um ein gefälliges Unterhaltungsprogramm für Promis, sondern um ein ernstes Thema: Jugendarmut. Wie geraten junge Leute in Armut und welche Konsequenzen hat das für sie, für ihre Zukunft? Diesen Fragen stellten sich die prominenten Gäste in Einrichtungen des BDKJ und seiner Verbände, des Kolping-Bildungswerks und des Caritas-Verbandes.
Seit drei Jahren nutzen die Träger den Namenstag des hl. Josefs, des Patrons der Arbeiter, um Verantwortliche aus Kirche und Politik in ihre Einrichtungen einzuladen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. In vielen Fällen werden die prominenten Gäste gebeten, praktisch mitzuarbeiten, was auch in diesem Jahr viele gern taten. Landesumweltminister Eckhard Uhlenberg sägte Teile einer Theke für die Werler Stadtbibliothek zu, der Kirchhundemer Bürgermeister kochte mit anderen Politikern für Jugendliche und der Personalchef des Erzbistums Paderborn, Msgr. Andreas Kurte, rechnete mit Jugendlichen aus, was ihre Träume kosten würden.
In zahlreichen Gesprächen und Diskussionsrunden erfuhren die Gäste, dass Jugendarmut ein vielschichtiges Problem ist, das junge Leute vieler Chancen beraubt. Die katholischen Träger der Jugendsozialarbeit bieten hier Unterstützung an, die sich an den Lebenslagen der Jugendlichen orientiert. Zudem gibt es berufsorientierende, -vorbereitende und -qualifizierende Angebote. Als Teil der Kirche verstehen sie sich auch als Anwalt der benachteiligten Jugendlichen und vertreten ihre Interessen gegenüber der Politik und anderen gesellschaftlichen Akteuren.
Jugendarmut stärker bekämpfenweiterlesen
Paderborn, 19. März 2010. „Jugendarmut“, so lautet das diesjährige Motto des Josefstages, einem bundesweitem Aktionstag des Dachverbandes der katholischen Jugendverbände, dem BDKJ, der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit und der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Bischofskonferenz. Der Tag wird begangen am 19. März, dem Fest des hl. Josef, der in der Kirche als Patron der Arbeiter verehrt wird. Zu diesem Anlass besuchen Verantwortliche aus Politik und Kirche Einrichtungen der Jugendberufshilfe.BDKJ-Newsletter KW 11 onlineweiterlesen
Sexueller Missbrauch und sexualisierte Gewalt: Stellungnahmen, Informationen und Materialien katholischer Jugendverbände onlineweiterlesen
Paderborn, 17. März 2010. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Diözesanverband Paderborn ist zutiefst betroffen über die zahlreichen Fälle sexuellen Missbrauchs und sexualisierter Gewalt, die durch katholische Priester und Ordensleute sowie Frauen und Männer in der Kirche und auch in anderen institutionellen Zusammenhängen verübt und mitverschuldet worden sind. Der BDKJ-Diözesanvorstand verweist in diesem Zusammenhang auf die Stellungnahme des BDKJ-Bundesvorstands vom 11. März 2010, die im Folgenden zu finden ist.
Als Dachverband katholischer Jugendverbände fordern wir eine offensive und transparente Aufklärung der bekannt gewordenen Fälle.
Ebenso werden wir Sorge dafür tragen, die bereits seit Jahren vorhandenen Formen der Sensibilisierung und Qualifizierung ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Umgang mit der Thematik der Kindeswohlgefährdung zu verstärken.