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Europäischer Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch

Foto (Symbolbild): Council of Europe

Eines von fünf Kindern in der Europäischen Union erlebt statistisch gesehen mindestens eine Form von sexualisierter Gewalt. In 70 - 85% der Fälle ist der*die Täter*in ein Mensch aus dem direkten Umfeld des Kindes.

Am 18.11.2018 findet zum vierten Mal der Europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch statt. Dies nehmen auch wir zum Anlass, noch einmal auf dieses wichtige und uns alle betreffende Thema hinzuweisen.

Die Studie "Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz" (kurz: MHG-Studie) hat uns unlängst erneut das Ausmaß des Missbrauchs in kirchlichen Einrichtungen vor Augen geführt. Diesen Zustand wollen wir nicht hinnehmen - wir müssen dazu beitragen, Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen zu verhindern. Aber mit unseren Angeboten zur Prävention gegen sexualisierte Gewalt, den Sensibilisierungsschulungen und den institutionellen Schutzkonzepten werden wir immer wieder an Grenzen stoßen, wenn sich nicht grundlegend am System und den für Missbrauch und dessen Vertuschung förderlichen Rahmenbedingungen etwas ändert. Dies erkennt auch Erzbischof Hans-Josef Becker in seinem Kommentar nach der Veröffentlichung der MHG-Studie: "Ich sehe uns in der Verantwortung, aus der Studie zu lernen, und nehme die Empfehlungen der Forschergruppe überaus ernst."

Zu diesen Empfehlungen zählt neben dem Aufbrechen der patriarchalen Strukturen und des Klerikalismus vor allem eine zeitgemäße Einstellung zum Thema Sexualität. Annika Manegold, BDKJ-Diözesanvorsitzende, sagt dazu: "Im Rahmen von sexualpädagogischen Angeboten und Fortbildungen tragen wir dazu bei, das Thema Sexualität besprechbar zu machen. Aber nicht nur in den Jugendverbänden, sondern in der gesamten Kirche muss dies zukünftig möglich sein." Der BDKJ beschäftigt sich auch in seinen politischen Gremien mit dieser Thematik. So wurde im Sommer dieses Jahres ein Beschluss zu einer geschlechtersensiblen Sprache gefasst. "Unser Auftrag als Jugendverbände ist es, Kinder und Jugendliche in unseren Gruppen bei ihrer Aufgabe und Herausforderung ihre Identität zu entwickeln zu unterstützen. Wir möchten ihnen die Sicherheit vermitteln in ihrer je eigenen, individuellen Identität bei uns angenommen, wertgeschätzt und ernstgenommen zu sein. Dies wirkt auch positiv auf die Widerstandskräfte der jungen Menschen", erläutert Annika Manegold.

Diese gesteigerte Sensibilität und die Auseinandersetzung mit diesen Themen braucht es in allen Teilen unserer Kirche - in der Ausbildung des Seelsorgepersonals, bei den Verantwortlichen in Verbänden, Einrichtungen und Institutionen sowie bei uns allen, die wir die Kirche des Erzbistums Paderborn bilden. Dies ist uns ein wichtiges Anliegen, an dem wir mitwirken und dass wir in Zukunft weiter entwickeln wollen.