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Schüler*innen brauchen Zeit

Katholische Jugendverbände begrüßen die geplante Schulzeitreform

Foto: BDKJ Paderborn

In einem offenen Brief an die Landtagsfraktionen nimmt der BDKJ in Nordrhein-Westfalen Stellung zur Neuregelung der Dauer der Bildungsgänge an Gymnasien. Der Landtag wird am kommenden Mittwoch über die geplante Gesetzesänderung der Landesregierung entscheiden.


Der BDKJ in Nordrhein-Westfalen begrüßt die Initiative der Landesregierung, von der generellen Schulzeitverkürzung an Gymnasien Abstand zu nehmen. Die im Gesetzesentwurf vorgesehene Wahlfreiheit der Gymnasien zwischen G8 und G9 betrachtet der Dachverband der katholischen Jugendverbände allerdings kritisch. „Wir schlagen eine generelle Einführung von G9 vor – auch an den katholischen Ersatzschulen. Dabei sollte es aber die Möglichkeit geben, die Schulzeit im Rahmen eines `Springermodells´ zu verkürzen, wenn Schüler*innen den Wunsch haben, das Abitur nach zwölf Jahren abzulegen“, erklärt BDKJ-Vorsitzender Björn Krause.


Ganzheitliche Bildung sei aber nicht nur von der Länge der Schulzeit abhängig. Ein Jahr mehr Schule bringe auch die Verantwortung mit sich, dieses Jahr zugunsten der Schüler*innen zu gestalten und sie dabei auf Augenhöhe mitwirken zu lassen. „Wir brauchen eine Neugestaltung der Lehrpläne und mehr Freiräumen für die Schülerinnen und Schüler“, so Björn Krause. So sei die Reduzierung um maximal 2,6 Schulstunden pro Woche unzureichend. Politische Bildung als Grundlage von Partizipation müsse gestärkt werden.


Für eine an den Schüler*innen orientierte Gestaltung der Lern- und Freiräume sowie der Deckung von Personal- und sonstigen Kosten, brauche es eine ausreichende Finanzierung, damit jeder Schule auch der Umstieg auf G9 möglich ist, ohne dabei an der Bildungsqualität, Personal oder Räumlichkeiten sparen zu müssen. Auch die Einbindung der Schulsozialarbeit in Unterricht und OGS müsse gewährleistet und erweitert werden. Sie sei zu einem elementaren Bestandteil eines ganzheitlichen Bildungsansatzes geworden.