BDKJ Paderborn
< Barbara Funke verabschiedet

Ökologisch, fair und regional

12.06.2008

Kritischer Konsum


Sebastian Koppers-Löhr, scheidender Epa-Vorsitzender führte in den Antrag ein.

Warburg/Paderborn. Der BDKJ-Diözesanverband Paderborn macht sich für faire, saisonale, regionale und ökologische Produkte stark. Die Diözesanversammlung des Dachverbandes der katholischen Jugendverbände forderte am Wochenende per Beschluss alle Mitglieder auf, „ihr Macht und Verantwortung als Konsumentinnen und Konsumenten wahrzunehmen und beim Kauf und Verkauf von Produkten auf Arbeits- und Produktionsbedingungen zu achten.“

Schon seit Monaten diskutieren die katholischen Jugendverbände landauf landab einen Boykott von Coca-Cola-Produkten. Der amerikanische Getränkehersteller komme seiner sozialen und ethischen Verantwortung nicht nach. Kolumbianische Gewerkschafter, die sich für Mitarbeiterrechte einsetzen, würden mit dem Leben bedroht, so einer der Vorwürfe. Die Hauptversammlung des BDKJ auf Bundesebene hatte daher bereits im vergangenen Jahr beschlossen, Coca-Cola zu boykottieren und damit unter anderem erreicht, dass der Katholikentag in Osnabrück nahezu frei von Coca-Cola-Produkten war.

Coca-Cola ist nur ein Beispiel und der Boykott nur ein Weg“, erläuterte die BDKJ-Diözesanvorsitzende Barbara Funke, „wir wollen nicht nur zeigen, was man nicht kaufen sollte, sondern vor allem, was man kaufen kann.“ Der Streik der Milchbauern in den vergangenen Wochen habe gezeigt, dass das Problem auch vor der eigenen Haustür bestehe. „Wir Verbraucher haben die Macht, für gute Produktionsbedingungen zu sorgen und Kinderarbeit oder Umweltverschmutzungen zu verhindern. Wir müssen uns nur zusammentun.“ Dafür will der BDKJ nun sorgen. Die Versammlung beauftragte den Diözesanvorstand, den Erzbischof zu informieren und ihn zu bitten, sich dem Anliegen anzuschließen. Weiterhin sollen die Bildungsstätten im Erzbistum gebeten werden, sich mit dem Beschluss zu befassen. Über einen Antrag an das Diözesankomitee sollen schließlich alle Verbände und Kirchengemeinden erreicht werden.

Funke zeigte sich zuversichtlich, dass die Jugendverbände mit diesem Beschluss erfolgreich sein werden. „Wir haben in den letzten Monaten erlebt, dass die großen Konzerne durchaus sensibel reagieren.“ Die Coca-Cola-Company habe jedenfalls sofort reagiert und sei seitdem mit dem BDKJ-Bundesvorstand im Gespräch.