09.03.2026
Padebrorn
Aufarbeitung

BDKJ Diözesanverband blickt auf bevorstehende Veröffentlichung der Studie zu sexueller Gewalt im Erzbistum Paderborn

Eine Woche vor der Studienveröffentlichung wurde im Paderborner Dom das Mahnmal „memory – AUFDECKEN + ERINNERN“ zur sexualisierten Gewalt und geistlichen Missbrauch im Erzbistum Paderborn vorgestellt. Der BDKJ-Diözesanvorstand nahm an der Gedenkstunde teil und bewertet diesen zentralen Gedenkort als ein wichtiges und deutliches Zeichen. „Dass das Mahnmal im Dom als Zentrum des Erzbistums steht und auf Initiative der unabhängigen Betroffenenvertretung entstanden ist, verdeutlicht die Bedeutung von Sichtbarkeit und der Anerkennung des Leids der Betroffenen.“, so Jan Hilkenbach, BDKJ-Diözesanvorsitzender in Paderborn.

Am 12. März 2026 wird der erste Teil der unabhängigen kirchenhistorischen Studie zur sexuellen Gewalt an Minderjährigen im Erzbistum Paderborn veröffentlicht. Der BDKJ-Diözesanverband Paderborn begrüßt ausdrücklich, dass endlich unabhängige wissenschaftliche Aufarbeitung stattfindet und Transparenz geschaffen wird. Die Studie ist ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zu Verantwortung und Veränderung. „Die Veröffentlichung der Studie ist kein Schlusspunkt, sondern ein Prüfstein. Sie misst, wie ernst Kirche es mit Verantwortung, Transparenz und echter Veränderung meint, um sichere Orte des Glaubens und der Gemeinschaft zu ermöglichen“, so Helena Schmidt, Diözesanseelsorgerin des BDKJ-Diözesanverbands Paderborn.

Für den BDKJ-Diözesanverband Paderborn steht fest: Aufarbeitung und Prävention sind kein einmaliger Schritt, sondern ein dauerhafter Auftrag. Dieser Anspruch ist durch die letzte BDKJ-Diözesanversammlung im Beschluss „Aufarbeitung jetzt – Für eine Kirche ohne Gewalt“ erneut bekräftigt worden. Das Leid der Betroffenen verpflichtet dazu, Strukturen, Machtverhältnisse und Schutzkonzepte kontinuierlich zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Lena Topp, BDKJ-Diözesanvorsitzende in Paderborn, betont: Jugendverbandsarbeit muss ein sicherer Ort sein – nicht nur im Anspruch, sondern in jeder Struktur, in jeder Entscheidung und in jeder Begegnung.“
Um diesen sicheren Ort zu gewährleisten, setzt die Jugendverbandsarbeit seit vielen Jahren konsequent auf Prävention. Seit 2010 wurden rund 10.000 Personen aus der Jugendverbandsarbeit im Bereich Prävention sexualisierter Gewalt geschult. In den neun Jugendverbänden finden derzeit jährlich durchschnittlich etwa 50 Erstschulungen sowie rund 25 Auffrischungsschulungen statt.

Der BDKJ-Diözesanverband blickt der Veröffentlichung der Aufarbeitungsstudie aufmerksam und mit großer Erwartung entgegen. Die Ergebnisse werden auch vom BDKJ und seinen Jugendverbänden sorgfältig ausgewertet, um daraus konkrete Konsequenzen für die eigene Arbeit abzuleiten. Ziel bleibt es, sichere Räume zu gewährleisten und Präventionsmaßnahmen nachhaltig zu stärken. Ehrliche Aufarbeitung und konsequentes Handeln sind Voraussetzung für Glaubwürdigkeit und Vertrauen.

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Bilder:

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Der BDKJ-Diözesanverband Paderborn begrüßt ausdrücklich, dass endlich unabhängige wissenschaftliche Aufarbeitung stattfindet und Transparenz geschaffen wird. (v.l.n.r. Jan Hilkenbach (BDKJ-Diözesanvorsitzender Paderborn), Lena Topp (BDKJ-Diözesanvorsitzende Paderborn) und Helena Schmidt (BDKJ Diözesanseelsorgerin Paderborn). (Foto: BDKJ DV Paderborn)

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Der BDKJ-Diözesanvorstand nahm an der Gedenkstudie teil und bewertet diesen zentralen Gedenkort als ein wichtiges und deutliches Zeichen (v.l.n.r. Jan Hilkenbach (BDKJ-Diözesanvorsitzender Paderborn), Lena Topp (BDKJ-Diözesanvorsitzende Paderborn) und Helena Schmidt (BDKJ Diözesanseelsorgerin Paderborn). (Foto: BDKJ DV Paderborn)

Weitere Einträge

© BDKJ DV Paderborn / Sarah Kaiser

Aufarbeitung BDKJ-Diözesanverband fordert Konsequenzen nach Veröffentlichung der Studie zu sexueller Gewalt im Erzbistum Paderborn

Katholische Jugendverbandsarbeit betont Perspektive der Betroffenen und fordert transparente Aufarbeitung sowie strukturelle Veränderungen in der Kirche
(v.l.) Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Prof. Dr. Nicole Priesching, Reinhold Harnisch, Prof. Dr. Matthias Bauer und Dr. des. Christine Hartig. © Universität Paderborn, Besim Mazhiqi
(v.l.) Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Prof. Dr. Nicole Priesching, Reinhold Harnisch, Prof. Dr. Matthias Bauer und Dr. des. Christine Hartig.

Aufarbeitung „Se­xu­el­le Ge­walt an Min­der­jäh­ri­gen im Erz­bis­tum Pa­der­born. Ei­ne his­to­ri­sche Un­ter­su­chung (1941–2002)“

Für ihre auf fünf Jahre angelegte Studie haben Prof. Dr. Nicole Priesching und Dr. des. Christine Hartig vom Institut für Katholische Theologie der Universität Paderborn umfangreiches Material gesichtet und Interviews mit Zeitzeug*innen sowie Betroffenen geführt.
© BDKJ DV Paderborn

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