Mit dem Abschluss der Synodalversammlung 2026 endet eine wichtige Phase des Synodalen Weges der katholischen Kirche in Deutschland. Der BDKJ-Diözesanverband Paderborn zieht eine gemischte Bilanz: Dankbarkeit für offene Debatten und neue Perspektiven – aber auch große Enttäuschung darüber, dass zu häufig konkrete Konsequenzen ausgeblieben sind.
„Die Synodalversammlung 2026 war ein wichtiger Moment der Selbstvergewisserung, aber sie muss jetzt vervollständigt werden, sodass strukturelle Veränderungen nicht weiter aufgeschoben werden“, erklärt Helena Schmidt, BDKJ-Diözesanseelsorgerin.
Gerade mit Blick auf die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt ist der Anspruch des Synodalen Weges hoch gewesen. Die Realität hat jedoch gezeigt, dass zwischen Beschlusslagen, Selbstverpflichtungen und tatsächlichem Handeln weiterhin eine schmerzhafte Lücke besteht. Für Betroffene bedeutet dieses Zögern erneut Unsicherheit und das Gefühl, nicht ernsthaft geschützt zu werden.
„Betroffene brauchen keine weiteren Erklärungen oder leeren Worte. Sie brauchen echte Veränderungen, verlässliche Strukturen und konsequentes Handeln“, so Anna-Sophia Kleine, Referentin für Jugendpastoral des BDKJ-Diözesanverbands Paderborn.
Der BDKJ-Diözesanverband Paderborn betont, dass die Perspektiven von Betroffenen zwar in vielen synodalen Debatten benannt wurden, jedoch nicht immer ausreichend handlungsleitend waren. Auch die Synodalversammlung 2026 hat erneut gezeigt, wie dringend verbindliche Umsetzungen, klare Verantwortlichkeiten und transparente Kontrollmechanismen notwendig sind. Der Synodale Weg war gut und wichtig, weil er vieles erstmals besprechbar gemacht hat, an wertvolle Beratungen anknüpft und ermutigt, mit Zuversicht auf kommende Gremien wie die Synodalkonferenz zu blicken.
Einige Vertreter*innen aus der diözesanen Arbeitsgemeinschaft „Verbandliche Jugendpastoral“ (DAG) des BDKJ-Diözesanverbands, in der Geistliche Leitungen und Verantwortliche der Jugendverbände gemeinsame jugendpastorale Fragen bearbeiten, teilen diese Einschätzung.
„Der Synodale Weg hat wichtige Themen benannt und viele richtige Impulse gesetzt. Doch viel zu oft ist es genau dabeigeblieben“, erklärt Sven Bökenheide, Geistliche Leitung des Kolpingjugend Diözesanverbands Paderborn, einem der neun Jugendverbände im BDKJ-Diözesanverband Paderborn. „Für junge Menschen und insbesondere für Betroffene ist das schwer auszuhalten.“
Insbesondere bei Fragen von Machtkontrolle, Beteiligung und Konsequenzen für Verantwortungsträger sind Fortschritte zu langsam oder vielerorts kaum spürbar. Für viele junge Menschen und Betroffene wirkt dies wie ein erneutes Vertrösten.
Mit Blick auf den gesamten Synodalen Weg würdigt der BDKJ-Diözesanverband Paderborn den Mut vieler Beteiligter, systemische Probleme offen zu benennen. Gleichzeitig ist deutlich geworden, dass synodales Reden ohne synodales Handeln Vertrauen kostet – besonders bei jenen, die durch kirchliches Versagen schweres Leid erfahren haben.
„Wenn Kirche glaubwürdig sein will, muss sie den Mut haben, den Worten auch endlich Veränderungen folgen zu lassen, gerade dort, wo Menschen verletzt wurden“, betont Paul Schroeter, Geistliche Leitung der Katholischen jungen Gemeinde (KjG), ebenfalls Mitgliedsverband des BDKJ-Diözesanverbands Paderborn.
Der BDKJ-Diözesanverband Paderborn fordaert die Verantwortlichen auf allen Ebenen der Kirche auf, die Ergebnisse des Synodalen Weges und der Synodalversammlung 2026 verbindlich umzusetzen und Betroffene konsequent in Entscheidungs- und Kontrollprozesse einzubeziehen. Synodalität darf kein zeitlich begrenztes Projekt bleiben, sondern muss zur dauerhaften Haltung kirchlichen Handelns werden
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Die Sechste Synodalversammlung des Synodalen Weges in Deutschland. Die Sitzung am 29. Januar 2026 in Stuttgart.
Copyright: Synodaler Weg / Marko Orlovic