05.07.2026
Hardehausen / Paderborn
BDKJ DV

Katholische Jugendverbände gestalten Zukunft in Kirche und Gesellschaft

BDKJ-Diözesanversammlung setzt wichtige Zukunftsimpulse im Erzbistum Paderborn

Hardehausen / Paderborn. Am Wochenende tagte die Diözesanversammlung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Jugendhaus Hardehausen. Die Delegierten aus den Jugend- und den BDKJ-Regionalverbänden beschlossen richtungsweisende Positionierungen zur Rolle junger Menschen in Veränderungsprozessen des Erzbistums Paderborn, zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Kirche sowie zu den Herausforderungen für Demokratie und politische Teilhabe im Vorfeld der NRW-Landtagswahl 2027.

Lena Topp erneut in den Diözesanvorstand gewählt

Gemeinsam bilden Lena Topp, Jan Hilkenbach und Helena Schmidt weiterhin den BDKJ-Diözesanvorstand.  „Ich freue mich sehr über das erneute Vertrauen der Versammlung. In den vergangenen drei Jahren konnten wir wichtige Entwicklungen anstoßen und gemeinsam viel erreichen. Diesen Weg möchte ich konsequent fortsetzen – mit einem klaren Fokus auf eine starke Jugendverbandsarbeit, die konsequente Aufarbeitung von Missbrauch und eine engagierte Interessenvertretung für junge Menschen“, erklärt die wiedergewählte Diözesanvorsitzende Lena Topp.

Junge Menschen gehören ins Zentrum kirchlicher Entwicklung

Im Mittelpunkt der Beratungen stand die Frage, wie junge Menschen Zukunft aktiv mitgestalten können – sowohl in Kirche als auch in Gesellschaft. Mit dem Beschluss „Kirche in Bewegung – mit jungen Menschen am Drehkreuz der Zukunft“ fordert die Diözesanversammlung, die Perspektiven junger Menschen verbindlich in laufende Veränderungsprozesse des Erzbistums Paderborn zu verankern. Dazu gehören verlässliche Beteiligungsstrukturen, die Sicherung von Orten kirchlicher Jugendarbeit sowie ausreichende personelle und finanzielle Ressourcen. Der Erfolg der Veränderungen müsse sich daran messen lassen, welchen Stellenwert junge Menschen künftig tatsächlich in der Kirche einnehmen.
„Die Erfahrungen der Jugendverbände zeigen, dass junge Menschen Kirche lebendig mitgestalten wollen und bereit sind, ihre Fragen, Perspektiven und Erfahrungen einzubringen. Ihre Expertise ist eine Chance für gelingende Veränderungen, dafür braucht es natürlich Mut und Vertrauen. Dieses Verständnis haben wir bewusst auch im Gottesdienst aufgegriffen und uns inhaltlich positiv mit Wandel auseinandergesetzt“, ermutigt Helena Schmidt, Diözesanseelsorgerin des BDKJ Paderborn.

NRW-Landtagswahl im Blick

Mit Blick auf die NRW-Landtagswahl 2027 bekräftigte die Versammlung zugleich die Bedeutung von Demokratiebildung, gesellschaftlichem Zusammenhalt und einer starken Zivilgesellschaft. Am 25. April 2027 können dabei auch erstmalig 16 bis 18-jährige junge Menschen wählen. Dies begrüßen die Jugendverbände ganz besonders, denn viele Jahre haben sie sich gemeinsam mit anderen dafür eingesetzt, dass politische Teilhabe und demokratische Mitbestimmung nicht erst mit der Volljährigkeit beginnen. Der BDKJ fordert von den Landesverbänden der demokratischen Parteien, die Interessen junger Menschen konsequent in politische Entscheidungen einzubeziehen, Jugendverbände nachhaltig zu stärken und demokratische Teilhabe weiter auszubauen. Gemeinsam bekräftigten die Verbände die klare Abgrenzung von rechtsextremen und menschenfeindlichen Haltungen und Parteien.

Jan Hilkenbach, Diözesanvorsitzender des BDKJ betont: „Demokratie lebt davon, dass junge Menschen mitreden, mitentscheiden und Verantwortung übernehmen können. Jugendverbände sind gelebte Demokratie. Es braucht eine Politik, die Beteiligung ermöglicht, zivilgesellschaftliches Engagement stärkt und die Anliegen junger Menschen konsequent in den Mittelpunkt stellt.“

Glaubwürdigkeit braucht konsequente Aufarbeitung

Die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Kirche bleibt für den BDKJ ein zentrales Thema. Die Delegierten fordern im Beschluss das Erzbistum auf, konkrete Konsequenzen aus der dem ersten Teil der Studie „Sexuelle Gewalt an Minderjährigen im Erzbistum Paderborn“ zu ziehen. Eine konsequente Aufarbeitung, wirksame Prävention sowie Intervention und verlässliche Schutzkonzepte seien unverzichtbare Voraussetzungen für Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Den eingeschlagenen Weg müsse das Erzbistum Paderborn konsequent weitergehen. Auch eigene Strukturen werden kritisch reflektiert. So werde man auch den eigenen Aufarbeitungsprozess innerhalb des BDKJ-Bundesverbandes mitgestalten.

Neue Standards zur Ausbildung von Ehrenamtlichen

Darüber hinaus verabschiedete die Diözesanversammlung neue „Standards zur Konzipierung von Qualifizierungsangeboten für ehrenamtlich Engagierte in der katholischen Kinder- & Jugendarbeit im Erzbistum Paderborn“. Gemeinsam mit den anderen Profilen der katholischen Jugendarbeit wurden diese Standards für die Ausbildung und Qualifizierung von Ehrenamtlichen in einem Prozess überarbeitet. Gut ausgebildete Engagierte sind in den katholischen Jugendverbänden ganz besonders wertvoll, denn sie ermöglichen Kinder- und Jugendarbeit in hunderten Ortsgruppen.

Die BDKJ-Diözesanversammlung ist das höchste demokratische Gremium der katholischen Jugendverbände im Erzbistum Paderborn. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ist der Dachverband der neun katholischen Jugendverbände im Erzbistum und vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen aus den Verbänden in Politik, Kirche und Gesellschaft.

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Bei der diesjährigen BDKJ-Diözesanversammlung gestalteten Delegierte der Jugend- und BDKJ-Regionalverbände, Gäste und Vertreter*innen von Ausschüssen und Gremien die katholische Jugendverbandsarbeit aktiv mit. (Bild: Sarah Kaiser / BDKJ-DV Paderborn)

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Gemeinsam bilden weiterhin Jan Hilkenbach, Lena Topp und Helena Schmidt (v.l.n.r.) den Vorstand des BDKJ-Diözesanverbandes Paderborn. (Bild: Sarah Kaiser / BDKJ-DV Paderborn)

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